Distillery Tour vom 2. bis 10. Juni 2011 Edinburgh, schottlands Whisky-Hauptstadt Dufftown und THE BALVENIE DISTILLERY
Neben    einer    3-tägigen    Visite    in    schottlands    Hauptstadt    Edinburgh (immer   eine   Reise   wert)   stand   unser   erster   Besuch   in   der   Speyside   an. Das   Quartier   hatten   wir   im   "Fairnbank   House"   aufgeschlagen,   einem super   B&B,   das   von   Karen   Fidler   in   unmittelbarer   Nähe   zur   Glenfiddich Distillery    und    dem    Balvenie    Castle    geführt    wird.    Karen    ist    super freundlich   und   Deutschland   Fan.   Bei   Bedarf   kümmert   sie   sich   um   alles, was   ein   Schottlandtourist   braucht.   Ihre   3   Zimmer   (jeweils   mit   separatem Bad)   sind   geräumig,   sauber   und   gut   ausgestattet.   Das   Frühstück   ist exzellent.   Dass   ihr   B&B   etwas   außerhalb   von   Dufftown   liegt,   ist   kein Problem. Zu Fuss sind es etwa 20 Minuten in den Ort. Das   Highlight   der   Tour   war   der   Besuch   bei   BALVENIE.   Ich   hatte   mir bereits   von   Deutschland   aus   per   Internet   (problemlos)   einen Termin   für   2 Personen   reservieren   lassen.   Am   06.06.2011   -   einem   Montag   -   war   es dann soweit. Um 14.00 Uhr begann unsere Tour bei Balvenie.
Im   Gegensatz   zu   Glenfiddich,   die   Besucher   ohne Anmeldung   in   Massen abfertigen   (täglich   kommen   ganze   Busladungen),   kann   man   die   Balvenie Brennerei   nur   auf   Voranmeldung   und   mit   max.   12   Personen   (2x   täglich) besuchen. Als    wir    gegen    13.45    Uhr    auf    den    kleinen    Besucherparkplatz    der Brennerei   ankommen,   fällt   uns   auf,   das   kein   anderes   Fahrzeug   da   ist. Wir   gehen   zum   Meating   Point,   wo   uns   ein   Mann   freundlich   mit   den Worten   "Hi,   I'm   David"   begrüßt.   Er   erklärt   uns,   dass   heute   Nachmittag nur   noch   2   weitere   Personen   kommen,   die   aber   auch   noch   nicht   da   sind und wir natürlich dieselbe Tour bekommen, wie eine größere Gruppe. Da   die   angekündigten   Personen   um   14.05   immer   noch   nicht   da   sind, sagt   David,   dass   wir   die Tour   eben   allein   machen.   Wir   sollen   uns   mal   auf 17.00   Uhr   für   das   Ende   einrichten.   2   Stunden   Besichtigung   und   eine Stunde Tasting.
Super   -   eine   exklusive Tour   für   2   Personen   mit   David,   der   mir   im   Übrigen sehr   bekannt   vorkommt.   Irgendwie   habe   ich   ihn   im   Zusammenhang   mit Balvenie   schon   mal   gesehen   und   dann   fällt   es   mir   auch   wieder   ein   -   die Produktvideos   von   Balvenie   im   Internet.   Ich   frage   ihn   deshalb   einfach mal,   ob   er   David   Mair   sei.   Ja,   sagt   er   bescheiden,   er   sei   David   Mair,   der Balvenie   Ambassador   und   man   kenne   ihn   vielleicht   aus   den   besagten Videos. Für   einen   Balvenie   Fan   und   Sammler   geht   es   kaum   besser.   Neben David     Stewart     (dem     Balvenie     Malt     Master)     wahrscheinlich     der international   bekannteste   Vertreter   der   Balvenie   Distillery   macht   eine Exklusivführung nur für uns - Sammlerherz was willst du mehr.
David   weiß   alles   und   erzählt   alles   über   Balvenie   und   nebenbei   noch über   sich   (er   ist   in   Dufftown   aufgewachsen   und   wohnte   als   Kind   neben der   Mortlach   Distillery).   Keine   noch   so   blöde   Frage   bleibt   unbeantwortet und     er     bemüht     sich,     alles     auch     für     unser     begrenztes     Englisch verständlich   zu   machen.   Dazu   gibt   es   noch   Tipps   für Ausflüge   ans   Meer und Geschichten über "Gott und die Welt". Man   merkt   es   David   bei   jedem   Wort   an:   Er   ist   mit   großer   Freude   bei   der Sache und - er lebt für BALVENIE!
Die   Floor   Maltings   von   Balvenie.   Rund   15%   des   benötigten   Malzes   stellt Balvenie noch selbst her.
Zur    Verwendung    kommt    die    Gerstensorte    "Optic",    die    eine    höhere Ausbeute beim Alkoholgehalt bietet, als andere Sorten.
Das   Kohlefeuer   zum   Trocknen   der   gekeimten   Gerste.   Dabei   kommt   nur ganz wenig Torf zum Einsatz, um ein leichtes Raucharoma zu erzeugen.
Blick   in   die   Fermentationsanlage.   Hier   wird   das   gemahlene   Malz   wieder mit Wasser versetzt und gemischt.
Die   Waskback's   von   Balvenie.   Insgesamt   gibt   es   18   Stück,   in   denen   die Gärung    stattfindet.    Balvenie    produziert    hier    gleichzeitig    auch    für    die benachbarte   Kininvie   Brennerei,   die   ebenfalls   zum   Famlienkonzern   von Grant   gehört   und   die   ausschließlich   Single   Malt   für   die   Blends   der   Firma produziert. Im   "Wort   Cooler"   wird   die   wash   gekühlt,   bevor   sie   zum   eigentlichen Brennvorgang weitergeleitet wird.
Das   Herzstück   der   Brennerei:   Low   Wines   Still   (auch   wash   still   genannt) und    spirit    stills.    Hier    wird    die    wash    in    zwei    Brennvorgängen    zu Rohwhisky gebrannt. David   Mair   erklärt   meiner   Frau   am   Spirit   Safe   wie   der   Balvenie   gebrannt wird und was es mit diesem Gerät auf sich hat. Das   Fotgrafieren   ist   im   Brennbereich   aus   Sicherheitsgründen   leider   nur von der Empore aus erlaubt.
Die offene Fass Abfüllanlage auf dem Freigelände.
Gebrauchte Fässer warten auf ihre Restaurierung.
Balvenie    leistet    sich    eine    eigene    Küferei,    in    der    gebrauchte    Fässer aufgearbeitet werden.
Warehouse   24   gibt   es   wirklich.   Hier   lagern   u.a.   die   "Schätzchen"   von Balvenie   und   man   kann   sich   aus   drei   unterschiedlichen   Fassarten   eine kleine   Flasche   Balvenie   (20cl)   selbst   abfüllen.   Außerdem   steht   hier   das TUN   1401,   mit   dem   die   Serie   der   TUN-Abfüllungen   (1401,   1509   und 1858)   begann.   Das   älteste   aktuelle   Fass   bei   Balvenie   stammt   übrigens aus   dem   Jahr   1961.   Zumindest   sagt   das   David   Mair,   der   es   eigentlich wissen müsste.
Urig     ist     auch     das     erste     Tasting     aus     den     3     Fässern     für     die "Selbstabfüllung"   eines   Balvenie.   David   lässt   den   kupfernen   "dog"   ins Fass   hinab,   holt   eine   Probe   aus   dem   Fass   und   schüttet   sie   auf   seine Hand,   um   zu   probieren.   Anschließend   bekommt   man   auf   die   gleiche Weise   ebenfalls   seine   Tastingproben   (schon   mal   3   Stück)   und   kann   so den besten Schluck für seine Abfüllung wählen.
Zum Abschluss   der   Tour   ging's   in   den   kleinen   Tastingroom   von   Balvenie, wo   David   sehr   fachkundig   referierte,   wie   man   am   Besten   ein   Tasting durchführt.   Dass   man   Wasser   zugeben   sollte,   damit   sich   die   Aromen besser   entfalten   (wichtig:   schütteln   und   ca.   15   Minuten   stehen   lassen) und was die einzelnen Abfüllungen von Balvenie ausmacht. Sein   Lieblingsbalvenie   ist   übrigens   der   21   Jahre   alte   PortWood.   Ich   habe dann   noch   ein   bischen   mit   ihm   gefachsimpelt   und   ihm   meine   kleine Balvenie Samllung vorgestellt. Ein super Erlebnis und ein wundervoller Tag. Vielen Dank an David Mair !!!
Ach   ja,   fast   hätte   ich   es   vergessen,   aber   probiert   haben   wir   natürlich auch und nicht zu knapp: Balvenie 12 - DoubleWood Balvenie 12 - Signature Balvenie 15 - Single Barrel Balvenie 21 - PortWood Balvenie 30 - Thirty Und   weil   wir   allein   da   waren   gab   es   als   Zugabe   noch   einen   Balvenie   aus dem   Jahr   1967   (Sherry   Fass)   und   eine   Kostprobe   des   Balvenie   TUN 1401!
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